Was macht CompositeGrau?

Aus gegebenem Anlass die Dokumentation eines simplen Tests... Die Frage ist: wenn mein Job einfarbig schwarz ist, soll ich dann das PDF per CompositeGrau via Distiller erstellen oder besser mit CompositeCMYK bzw. Export?

Aus gegebenem Anlass die Dokumentation eines simplen Tests... Die Frage ist: wenn mein Job einfarbig schwarz ist, soll ich dann das PDF per CompositeGrau via Distiller erstellen oder besser mit CompositeCMYK bzw. Export?

Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn man sich anschaut, was mit Daten auf den verschiedenen Wegen passiert. Mein Versuchsaufbau sieht so aus (Die Daten zum Nachvollziehen liegen hier):

Oben links eine platzierte .AI Datei mit vier Farbfelder von CMYK 0 0 0 25 bis CMYK 0 0 0 100. Daneben eine .PSD Datei mit den gleichen Helligkeiten, aber als Graustufe gespeichert. Unten links dieselben Werte wie in der .AI Datei in InDesign selbst angelegt.

Die Zahlen im Screenshot geben jeweils den Wert des Schwarzkanals an, bei Druck in CompositeCMYK

Wenn Sie als CompositeGrau drucken hat die Voreinstellung "Schwarzdarstellung" einen Einfluss darauf, wie ein reines Schwarz in den PostScript-Code geschrieben wird.

Hier sehen Sie das Ergebnis, wenn die Voreinstellung auf "korrekt" gestellt ist. (Denken Sie bei den Zahlen daran, dass im Graustufenfarbraum 0 = Schwarz und 100 = Weiß ist.) Was passiert hier? Bei CompositeGrau wird das gesamte Dokument in den Graustufenfarbraum "DotGain 20%" konvertiert.

Dass ein CMYK 0 0 0 50 (ISOcoated) nicht exakt das gleiche ist wie G 50 (DotGain20%), liegt glaube ich auf der Hand. Interessant aber, dass auch das Graustufenbild aus Photoshop so konvertiert wird, als wenn es im DokumentCMYK vorläge.

Mit anderen Worten: bei "korrekter" Graustufenvoreinstellung gibt CompositeGrau die Garantie, dass kein Schwarz-Wert im PDF der gleiche ist wie im InDesign-Dokument. Es sei denn, Sie haben ein Profil als DokumentCMYK eingestellt, dass 20% Druckpunktzuwachs - genau wie DotGain 20% - definiert.

Was passiert bei der Voreinstellung "tiefes Schwarz"? Dann werden die dunkelsten Farben (CMYK 0 0 0 95 bis CMYK 0 0 0 100) in Richtung G 0 gedrückt, so dass ein reines CMYK-Schwarz tatsächlich als dunkelste Graustufe G 0 herauskommt.

Wenn Sie also ein Dokument haben, in dem nur reines Schwarz vorkommt, wie z.B. nur Text und Strichzeichnungen, dann ist CompositeGrau in Ordnung. Ansonsten nicht.

Wozu gibt es dann diesen Druckmodus? In erster Linie, um auf Schwarzweiß-Druckern auszugeben. Einem normalen Laserdrucker nur Graustufen statt CMYK zu schicken kann die Druckzeiten dramatisch verringern.

InDesign kennt keine Graustufen-Dokumente. Die einzigen Farbräume, die richtig unterstützt werden, sind CMYK und RGB. Die orignalgetreue Abbildung in PDF wäre also ein CMYK-PDF, in dem CMY leer bleiben.

Kommentare

Profil in Bildern

Hallo,

verstehe ich das nun richtig, dass wenn ich ein Dokument habe, welches nur Text und Graustufenbilder enthält, ich den Bildern in Photoshop besser kein Profil zuweise (hatte bisher immer "GenericGray" genommen), da ich sonst beim Druck nach CompositeCMYK "Farb"verfälschungen bekomme? Oder sollte ich die Bilder besser schon in Photoshop nach CMYK wandeln und dann das entsprechende ECI Profil einbinden?

Viele Grüße
Alexander

Profile in Graustufenbildern

Es ist meines Wissens InDesign vollkommen egal, ob und wenn ja welches Profil einem Graustufenbild anhängt.
 
Das ist doch leicht zu prüfen, indem Sie das selbe Bild mit verschiedenen Profilen (oder keinem) gleichzeitig importieren, nach PDF ausgeben und die resultierenden Werte in Acrobat prüfen.
Nur zu, Forschungsdrang schadet nicht...