Farbräume und Transparenzreduzierung

Auf HilfDirSelbst stellt Michael Pabst die Frage, was genau der Reduzierungsfarbraum macht und wenn ja, wann.Ursprünglich war der Reduzierungsfarbraum einfach der Farbraum, in den eine Seite konvertiert wurde, sobald darauf enthaltene Transparenz verflacht werden musste. Was danach durch Druck- oder Exporteinstellungen passierte, spielte keine Rolle. Zu CS3 ergibt sich anscheinend ein anderes Bild.

Auf HilfDirSelbst stellt Michael Pabst die Frage, was genau der Reduzierungsfarbraum macht und wenn ja, wann.

Ursprünglich war der Reduzierungsfarbraum einfach der Farbraum, in den eine Seite konvertiert wurde, sobald darauf enthaltene Transparenz verflacht werden musste. Was danach durch Druck- oder Exporteinstellungen passierte, spielte keine Rolle. Zu CS3 ergibt sich anscheinend ein anderes Bild.

Der Versuchsaufbau

Lassen Sie uns den Leidensweg eines Grüntons durch die verschiedenen Farbräume verfolgen, um herauszubekommen, was wann passiert.

Mein Ausgangspunkt ist eine eciRGB Farbe von 160-255-0, ein leuchtendes Grün. Photoshop berechnet folgende Farbwerte bei den angegebenen Konvertierungen:

160 255 0 eciRGB  ->  ISOnewspaper 50 0 82 1
160 255 0 eciRGB  ->  ISO uncoated 51 0 97 0   ->  ISOnewspaper 38 1 84 9
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISOnewspaper 44 1 84 6
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISO uncoated 55 0 99 0  ->  ISOnewspaper 41 1 83 10

In InDesign platziere ich nun in ein Dokument mit dem Farbraum ISO uncoated einmal das eciRGB Bild und einmal das ISO coated Bild. Als Ausgabefarbraum wähle ich ISOnewspaper.

Durch diesen Versuchsaufbau sollte es möglich sein nachzuverfolgen, welchen Weg die Farbe in InDesign beim Exportieren nimmt. Dabei gibt es eine wichtige Unterscheidung beim Export, nämlich "In Zielprofil konvertieren" oder "In Zielprofil konvertieren (Nummern beibehalten)". Erstere konvertiert grundsätzlich sobald Quell- und Zielfarbraum verschieden sind, letztere konvertiert keine CMYK-Farben, wenn diese dem Dokumentfarbraum entsprechen. Nach der ursprünglichen Annahme, dass die Reduzierung erst in DokumentCMYK (hier ISO uncoated) und erst dann in den Zielfarbraum (hier ISOnewspaper) konvertiert, dürfte diese Einstellung keinen Unterschied machen, da ich ja zwei Bilder platziere, die beide nicht dem DokumentCMYK entsprechen (eciRGB und ISO coated).

Export ohne Transparenz

Mit der Einstellung "In Zielprofil konvertieren" bekomme ich diese Werte im PDF (mit der Pipette von PitStop gemessen):

160 255 0 eciRGB  ->  ISOnewspaper 50.6 0 82.3 0.4
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISOnewspaper 44 0.4 84.7 6

Mit der Einstellung "In Zielprofil konvertieren (Nummern beibehalten)" erhalte ich diese Werte im PDF:

160 255 0 eciRGB  ->  ISOnewspaper 50.6 0 82.3 0.4
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISOnewspaper 44 0.4 84.7 6

Export mit Transparenz

Mit der Einstellung "In Zielprofil konvertieren" bekomme ich diese Werte im PDF (mit der Pipette von PitStop gemessen):

160 255 0 eciRGB  ->  ISOnewspaper 37.6 0.8 83.1 9.2
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISOnewspaper 40.8 0.8 83.5 9.4

Mit der Einstellung "In Zielprofil konvertieren (Nummern beibehalten)" erhalte ich diese Werte im PDF:

160 255 0 eciRGB  ->  ISOnewspaper 50.6 0 82.3 0.4
ISO coated 61 0 100 0   ->  ISOnewspaper 43.9 0.4 84.7 6.3

Resümee

"Now, isn‘t that clever", sagte der Fuchs, als der Hase auf einem Motorrad davon fuhr.

(Nummern beibehalten) versucht in CS3 nicht nur nach Kräften, jegliche unnötige CMYK-Konvertierung zu vermeiden, es achtet zusätzlich darauf, dass unvermeidliche Konvertierungen in den richtigen Zielfarbraum erfolgen.

Müsste dann die Option im Bearbeiten-Menü nicht "CMYK-Ausgabefarbraum" heißen, statt "DokumentCMYK"?
Jein, denn ohne "(Nummern beibehalten)" wird ja erst in DokumentCMYK konvertiert und dann erst in den Ausgabefarbraum.